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Die Entstehung und Geschichte von Mackenrode
(Dokumentation aus "Hohensteiner Nachrichten" und Monumenta Germaniae Historica digital)

   Mackenrode im Südharz feierte im Jahr 2004 sein 1025 jähriges Bestehen. Ein Grund um Rückschau zu halten. Die Geschichte, das Alter, der Name sowie die Entstehung machen die Einwohner des Ortes stolz, weil es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt.

Ulrike beim Treckertreffen

   Das MDR-Fernsehen mit seiner Sendung "Namen auf der Spur" (Sendung vom 19.05.05) war am 05.05.05 in Mackenrode. Ulrike Nitzschke hat Professor Karlheinz Hengst zur Entstehung des Namen Mackenrode befragt: Dem Ortsnamen liegt ein Personenname zugrunde und gibt die Rodungssiedlung eines Mago wieder. Das ist der Kurzname für Magobrand, Magafried oder ähnliches. Diese Namen enthalten im ersten Glied "Magan", was Kraft oder Stärke bedeutet. 

   Mackenrode hat den Ruhm, eine Gründungsurkunde aus dem frühen Mittelalter zu besitzen. Die Urkunde Nr.186 vom 19.März 979 besagt, dass Kaiser Otto II.  dem Bischof Giselhar seinen Besitz in Bessingen schenkte. In dieser Urkunde wird der Ort Makkanroth erwähnt. Der Ort wurde durch Lehnsleute des Bischofs von Grund durch Rodungen der Wälder erbaut. Der Leiter der Arbeiten bzw. einer der Lehnsmänner, der sich hier ansässig machte, soll den Namen „Makko" getragen haben, woraus der Name „Makkunroth" entstanden sein soll. Als Datum der Gründung von Mackenrode wird damit der 19. März 979 angesehen. (fraglich!!!) 
   (der Verfasser: Laut Monumenta Germaniae Historica (Urk.Ottos II. Nr.162, Seite182) schenkte Otto der II. der bischöflichen Kirche zu Merseburg die Orte Maggenrod und Ahtenfeld am 30.Juli 977. Mackenrode ist also mindestens zwei Jahre älter, falls es sich um unser Mackenrode handelt.)

Kirche Mackenrode

   Mackenrode ist ein Reihendorf, was andeutet, dass es von Kolonisten gegründet worden ist. Der älteste Ortsteil entstand in der Umgebung der Kirche. Es ist eine „Petrikirche" und deutet so auf ein hohes Alter hin (der Verfasser: 1790 wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen und aus Steinen des Klosters Walkenried neu aufgebaut). 

   Die Anlage des Dorfes erfolgte in ostwestlicher Richtung am Laufe des Flusses Ichte entlang. Neben der Kirche entstand der Dorfplatz, der die Waardt ersetzte. Auf der Mitte des Dorfplatzes lag der Dinghügel mit der Dorflinde, der bis zum Jahr 1922 bestanden hat. So dehnte sich das Dorf um den Dingplatz weiter nach Westen aus.

   An der Straßenkreuzung Tettenborn-Limlingerode und Mackenrode-Nüxei entstand wohl auch ein Herrensitz. Hier befand sich die Poststelle. Es ist der heutige Hof der Familie Asche (Holzhandel) und eines der ältesten Gebäude(ca.1600). Gegenüber war die Zollstation eingerichtet (Bild: das Gebäude wurde wegen Baufälligkeit abgerissen).

Dempwolfs Ecke / Kathrinchen

   Mackenrode wurde durch den Bauernkrieg 1525, den 30-jährigen Krieg und durch die Pest in arge Not gedrängt. Auch das Zeitalter Napoleons machte vor Mackenrode nicht halt. So wurde Ausgangs von Mackenrode ein Wagen der Kriegskasse in ein Wasserloch gestürzt. Die Kriegskasse wurde 1786 von den Einwohnern geplündert. Eine Katharina Engelmann soll das Geld in der Schürze heimgetragen haben. Eine Tatsache, die Mackenrode zu Reichtum verholfen haben soll.
   Am Donnerstag, den 17. August 1876 entstand ein großer Brand. 35 Gehöfte brannten nieder, darunter auch die Kirche. Die Einwohner begannen so schnell es ging mit dem Wiederaufbau. Die Entstehung des Brandes ist nie geklärt worden. Bereits 1895 gab es in Mackenrode drei Kolonialgeschäfte, eine Tischlerei, zwei Sattler, zwei Schuhmacher, zwei Gasthöfe, zwei Schneider, drei Schmiede und einen Flaschenbierverkauf.
Im Jahr 1933 wurde mit dem Bau der zentralen Wasserversorgung begonnen und 1937 beendet.

Kriegerdenkmal

   Auch die beiden Weltkriege hinterließen Spuren in Mackenrode. Für die Opfer des 1. Weltkrieges baute man ein Kriegerdenkmal zum Andenken.  Für die gefallenen Kriegskameraden im 2. Weltkrieg wurden am 24.11.1990 Gedenktafeln mit ihren Namen am Kriegerdenkmal aufgestellt. Im 1.Weltkrieg starben 47 und im 2.Weltkrieg 62 Einwohner von Mackenrode.

Grenzland und Sperrgebiet (DDR) :

  Mit dem Potsdamer Abkommen vom 17. Juli bis 2. August 1945 wurde nach Kriegsende Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Durch die geographische Aufteilung Deutschlands wurde die Teilung in zwei Staaten vorbereitet.
  Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948, an der auch West-Berlin teilnahm, war mit der Einführung der D-Mark die Teilung Deutschlands wirtschaftlich besiegelt.
  Politisch erfolgte die Teilung mit der Annahme des Grundgesetzes vom 23. Mai 1949. Die Bundesrepublik Deutschland war somit ohne dem sowjetischen Sektor entstanden.
  Die Gründung der DDR, am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone, erfolgte auf Betreiben der Sowjetunion, nachdem zuvor mit Unterstützung der drei West-Alliierten auf dem Gebiet ihrer Besatzungszonen („Trizone“) die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.
  Der Ausbau der innerdeutschen Grenze war eine logische Folge des Kalten Krieges und begann am 13. August 1961 mit dem Mauerbau in Berlin. Die Bürger im Osten wurden eingesperrt. Die Bürger von Mackenrode wurden gleich zweimal eingesperrt, da der Ort im Grenzgebiet lag. Die Einreise ins Grenzgebiet wurde von der Polizei und freiwilligen Grenzhelfern überwacht.
  Die Zwangsevakuierung "negativer Elemente" aus dem Grenzgebiet (Aktion Ungeziefer 1952 und Aktion Kornblume 1961 )  macht  auch vor dem Ort Mackenrode nicht halt. Das Ministerium für Staatssicherheit erstellte Deportationslisten, auf denen vor allem die Namen der Bürger standen, die als „politisch unzuverlässig“ eingeschätzt wurden sowie Bauern, die sich gegen die Eingliederung in die LPG gewehrt hatten.

Wiedervereinigung am 9. November 1989 :

Die Grenzen sind offen. In Mackenrode wurden sie etwas später geöffnet, da Mackenrode keinen offiziellen Grenzübergang besaß. Nach der Öffnung standen täglich tausende von Autos in der Schlange um in die BRD zu fahren. Hier ist noch der provisorische Grenzübergang mit Grenzkontrolle nach Nüxei zu sehen.

Grenzöffnung

 In Mackenrode hat sich nach der Wiedervereinigung viel getan. So wurden alle Straßen erneuert, die Energieversorgung wurde in die Erde verlegt, es gibt eine neue Wasserversorgung und zahlreiche Gewerbetreibende haben sich angesiedelt. Durch die Gebietsreform gehört Mackenrode seit 1996 zur Gemeinde Hohenstein. Nach jahrelanger Ruhe vor Straßenlärm , bedingt durch das Grenzgebiet, warten wir nun auf den Bau der Umgehungsstraße B243n. Die B243 ist nach wie vor eine wichtige Verbindungsstraße zwischen Ost und West in Mitteldeutschland.
  Seit Ende 2006 haben die Bürger in Mackenrode die Möglichkeit DSL zu nutzen. Dies wurde aber erst durch eine umfangreiche Werbung möglich, die viele künftige DSL-Nutzer davon überzeugte, einen Antrag zu stellen um so die Notwendigkeit für den Ausbau des Amtes Klettenberg zu schaffen.
Es hat geklappt.

Klärgrubenbau Am 07.08.2007 wurde mit dem Bau der zentralen Kläranlage begonnen. Die Anlage wurde im Dezember 2007 fertig gestellt. Die betroffenen Anwohner können nach Einreichung der Ihnen zugesandten Anträge und nach Erhalt der entsprechenden Entwässerungsgenehmigung durch den Entwässerungsbetrieb Hohenstein sofort anschließen.

   Am 16.03.2015 hat man begonnen Glasfaserkabel für das schnelle Internet zu verlegen. Somit steht in Mackenrode VDSL zur Verfügung.

  Am 26.07.2016 war Grundsteinlegung für die Ortsumfahrung Mackenrode an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Niedersachsen.

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